DIVOFILM - Filmproduktion aus Hamburg

„Der einzig wahre Realist ist der Visionär.“ Federico Fellini

NEUER FILM – PERCY – ALLES MUSS RAUS

Künstler sind schon sehr spezielle Menschen. Wäre Dieter Voigt Frontman einer Band, wüsste er darüber ein Lied zu singen. Er hat schließlich viele von ihnen persönlich kennen gelernt, von Schauspieler Mario Adorf über den Fotografen Peter Lindbergh bis zur französischen Sängerin Zaz. Um nur mal drei von dreihundert möglichen Beispielen zu nennen. Weil Voigt aber Regisseur und Redakteur für Reportagen, Imagefilme, Video-Clips und Dokumentationen ist, hat er nun über fünf Künstlerinnen und Künstler einen Film gemacht. Keine große Überraschung an sich, als Film dann aber doch.

Voigts „Percy, alles muss raus“ nämlich geht zunächst verschlungene Pfade. Er stellt kleine Fragen und lässt die Antworten im Raum stehen. Die Auswahl seiner fünf Protagonisten erfolgte nicht etwa beliebig, sondern zufällig. Der Parodist Jörg Knör, die Sängerin Alin Coen, die Pianistin Younee, der dadaistische Bildgestalter Rob Wirth und die Grafikerin Jeannine Platz sind seine Opfer und Täter zugleich. Voigt redet mit ihnen, zeigt sie bei ihrer Arbeit und sorgt erstmal für Verwirrung. Was haben die denn miteinander zu tun? Doch das Puzzle fügt sich ganz allmählich, wenngleich auch niemals bis zum letzten Teil. Geheimnisse bleiben, und das ist gut so.

Die Dokumentation, sie ist vielleicht gar keine. Sie geht Künstlern auf den Grund ihrer Seele, und zwar ganz ohne den Ansatz eines Therapeuten. Beobachter können das bisweilen nämlich viel besser. Und manchmal ist ja sogar die Kunst der beste Therapeut der ihr Verfallenen. 82 Minuten lang folgt der Betrachter amüsiert, verwirrt, in Erkenntnisse unvermutet stolpernd und ihnen plötzlich doch wieder beraubt den Intentionen, Eruptionen und Visionen von fünf höchst unterschiedlichen Menschen. Das kann zuweilen banal, dann aber auch wieder phänomenal sein. Nur langweilig ist es nie. Sind Menschen per se ja einfach nicht.